Webinar: Winterdienst und Routenplanung
Winterdienst und Routenplanung mit vialytics:
Einblicke in die Praxis
Schnee und Frost überraschen Kommunen oft über Nacht – und mit mit dem Frost kommt die Frage, wie sich der Winterdienst rechtssicher, effizient und nachvollziehbar organisieren lässt. Wer haftet, wenn trotz Einsatz ein Unfall passiert? Und wie behalten Bauhof Mitarbeiter bei einem großen Streckennetz und wechselnden Wetterlagen den Überblick?
Im Fokus-Webinar „Winterdienst und Routenplanung mit vialytics" am 27. Oktober 2026 sind wir diesen Fragen gemeinsam mit einem Nutzer aus der kommunalen Praxis nachgegangen: Alexander Block und Chris Wehle von vialytics sprachen mit Heinrich Lück, der in der Gemeinde Emstek für Bauhof und Winterdienst verantwortlich ist, über den Weg von der analogen Zettelwirtschaft zur digitalen Tourenplanung – und darüber, was ein digitales Streubuch im Ernstfall tatsächlich leisten muss.
Herausgekommen ist ein Gespräch voller konkreter Praxiseinblicke, das wir hier für Sie zusammengefasst haben.
Von der Zettelwirtschaft zur digitalen Tour
Viele Kommunen kennen die Ausgangslage, mit der sich Alexander Block und Chris Wehle von vialytics im Gespräch mit Heinrich Lück von der Gemeinde Emstek beschäftigt haben: Streckennetze, die über Jahre aus dem Gedächtnis abgefahren werden, und eine Zustandserfassung, die noch komplett über Zettel und Stift läuft. Genau an diesem Punkt setzt die digitale Tourenplanung an – Routen werden einmal angelegt und stehen danach jedem Fahrzeug zuverlässig zur Verfügung, inklusive automatischer Dokumentation im Hintergrund.
Wie sich das in der Praxis bemerkbar macht, zeigt Emstek sehr konkret: Der Bauhof betreut dort ein Streckennetz von über 200 Kilometern. „Jeder Kollege hatte seine eigene Route im Kopf", erinnert sich Heinrich Lück an die Zeit davor – allein die allgemeine Zustandserfassung band mit Zettel und Stift rund 40 Stunden pro Woche. Seine erste Berührung mit digitaler Tourenplanung hatte Lück übrigens privat, als passionierter Radfahrer mit der App Komoot, bevor der Umstieg auf vialytics die Abläufe im Bauhof professionell zusammenführte.
Ein System zu wechseln heißt immer auch, die Kolleginnen und Kollegen mitzunehmen – gerade wenn der Winterdienst morgens schon um 3 oder 4 Uhr beginnt, betonen Block und Wehle im Gespräch. Entsprechend einfach ist der Einstieg im Arbeitsalltag gehalten: Die Route lässt sich auf Smartphone oder Tablet mit wenigen Klicks starten. In Emstek hat Lück das zusätzlich mit eigenen Handouts für die Fahrzeuge sowie Halterungen an der Frontscheibe der Fendt-Traktoren ergänzt, auf denen ein iPad die Route direkt im Sichtfeld anzeigt.

Die Tour live: Streuen, dokumentieren, Hindernisse melden
Wie sich das in der Praxis anfühlt, hat Chris Wehle von vialytics im Webinar live in der App gezeigt. Das Smartphone steckt dabei fest in einer Halterung im Fahrzeug. Der Fahrer wählt die zugewiesene Route aus und startet das Streuen mit einem Klick. Während der Fahrt zeichnet die App automatisch eine durchgezogene blaue Linie auf der Karte auf, während hellblaue Pfeile die eigentlich vorgesehene Soll-Route anzeigen – so lässt sich auf einen Blick erkennen, ob die Tour wie geplant läuft.
Und wenn unterwegs doch etwas dazwischenkommt? „Wenn zum Beispiel ein Auto im Weg steht und die Fahrbahn versperrt, kann der Fahrer per Lenkradknopf direkt eine Sprachnachricht einsprechen", erklärt Wehle. Die Nachricht wird automatisch georeferenziert, transkribiert und mit einem Foto als Nachweis im System hinterlegt. Am Ende der Tour muss der Fahrer dann nur noch Temperatur, Wetterbedingungen und das genutzte Fahrzeug eintragen – das digitale Streubuch ist damit vollständig ausgefüllt, ganz ohne Zettel.
Im Haftungsfall: Was zählt, wenn Versicherungen nachfragen
Ein Thema, das im Winterdienst besonders schwer wiegt, ist die Haftung. Kommt es zu einem Schadensfall oder fragt eine Versicherung nach – etwa, ob eine bestimmte Straße an einem bestimmten Tag kontrolliert wurde –, lässt sich der genaue Fahrtverlauf dank GPS-Zeitstempeln sekundengenau rekonstruieren, erklärt Alexander Block von vialytics. Sämtliche Metadaten sowie gemeldete Hindernisse lassen sich mit einem Klick als rechtssicherer Kontrollbericht im PDF-Format exportieren.
Für Heinrich Lück ist das keine Theorie, sondern gelebte Praxis: „Das hat sich bei uns absolut bewährt. Bei Anfragen von Versicherungen konnten wir durch die digitalen Aufzeichnungen lückenlos nachweisen, dass wir unserer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen sind.“

Mehr als Winterdienst: Flexible Routen für den ganzen Bauhof
Dass sich das System längst nicht nur für den Winterdienst eignet, zeigt der Blick auf die Routenerstellung im Websystem. Routen lassen sich auf ganz unterschiedlichen Wegen anlegen: durch den Import von GPX-Dateien, manuelles Einzeichnen auf der Karte, das Abspeichern bereits gefahrener Touren oder das Umwandeln bestehender Straßennetz-Abschnitte. Auch aus Inventaren – etwa Mülleimern, Hundekotbeutelspendern oder Bushaltestellen – oder aus Aufträgen wie einem Schilderaustausch lassen sich Routen direkt generieren. Für Alexander Block und Chris Wehle zeigt genau diese Vielseitigkeit, wie viel Potenzial in einer einmal aufgebauten Dateninfrastruktur steckt – weit über den Winterdienst hinaus.
In Emstek wird diese Vielseitigkeit intensiv genutzt, berichtet Heinrich Lück: Für den Winterdienst gibt es eigene Routen für Schlepper, Kleinschlepper und Unimogs sowie unterschiedliche Varianten für Werktage und Wochenenden. Für das Schilderkataster fahren die Mitarbeiter Strecken systematisch links- und rechtsherum ab, um wirklich jedes Schild zu erfassen. Und selbst für die Leerung von Mülleimern und Hundekotbeutelspendern gibt es eine feste „Hunderunde" – so vergisst auch ein neuer Mitarbeiter keine Station.
Fazit: Weniger Zettelwirtschaft, mehr Sicherheit
Die Erfahrungen aus Emstek zeigen: Eine digitale Routen- und Winterdienstplanung leistet weit mehr als die reine Schnee- und Eisbekämpfung. Durch das Zusammenspiel aus GPS-Tracking, digitalem Streubuch und automatisierter Berichterstellung gewinnen Kommunen lückenlose Rechtssicherheit gegenüber Haftungsansprüchen – und entlasten ihre Mitarbeiter spürbar von manueller Zettelwirtschaft. Gleichzeitig lässt sich die flexible Routenfunktion nahtlos auf die Pflege von Inventaren, Spielplätzen oder Verkehrszeichen übertragen – ein nachhaltiger Schritt hin zu einer rundum geschützten und effizienten Bauhofverwaltung.
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