Schäden an Pflasterstraßen dokumentieren und bewerten

3 Min Lesezeit
30. September 2026
Schäden an Pflasterstraßen erkennen und bewerten | vialytics
5:24

Pflasterstraßen prägen viele Ortskerne, Plätze und Wohnstraßen. Schäden an Pflasterstraßen entstehen anders als auf Asphalt und brauchen deshalb eine eigene Bewertung durch Bauhof und Tiefbauamt. Dieser Beitrag zeigt typische Schadensbilder und ihre Ursachen und fasst zusammen, was das Regelwerk der FGSV zur Erhaltung vorsieht.

Warum Pflaster anders altert als Asphalt

Eine Pflasterdecke ist kein geschlossener Belag. Sie besteht aus einzelnen Steinen, die über Fugen, Bettung und Tragschicht zusammenwirken. Lässt eines dieser Elemente nach, verändert sich die Fläche oft zuerst unauffällig und dann deutlich sichtbar.

Häufige Auslöser sind ausgespülte Fugen, Wasser, das nicht richtig abläuft, und schwerer Verkehr in Kurven, Einmündungen oder Haltebereichen. Dazu kommen Aufgrabungen für Leitungen. Werden sie nicht in der ursprünglichen Bauweise geschlossen, entstehen neue Schwachstellen.

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Typische Schadensbilder an Pflasterstraßen

Lose, herausstehende oder abgesunkene Steine sind meist ein lokales Problem. Sie bilden aber schnell eine Stolperkante und brauchen deshalb zeitnah Aufmerksamkeit.

Offene oder ausgespülte Fugen sind ein frühes Warnzeichen. Ohne Fugenfüllung verlieren die Steine ihren seitlichen Halt, und aus einer offenen Fuge wird später ein loser Stein.

Mulden, Wellen und Spurrinnen betreffen größere Bereiche. Sie deuten meist auf Probleme in Bettung, Tragschicht oder Entwässerung hin und sind eher ein Fall für die Erhaltungsplanung als für eine schnelle Reparatur.

Flickstellen, etwa mit Asphalt oder abweichend verlegtem Pflaster, verändern das Verhalten der Fläche. Besonders die Übergänge zum Bestand sind anfällig.

Gebrochene Steine und Kantenabplatzungen entstehen durch Überlastung oder Frost. Einzelne Steine lassen sich tauschen. Häufen sich die Schäden, lohnt ein Blick auf die Ursache.

Für die Bewertung ist entscheidend, ob ein Schaden einzeln oder flächig auftritt. Ein einzelner Stein wird gesichert und neu gesetzt. Wiederkehrende oder großflächige Schäden gehören in die Erhaltungsplanung.

Was die FGSV zur Erhaltung von Pflasterdecken vorsieht

Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) behandelt die bauliche Erhaltung von Pflasterdecken und Plattenbelägen in einem eigenen Regelwerk. Sie ordnet Zustandserfassung, Schadensanalyse und Erhaltungsplanung als zentrale Bestandteile der Erhaltung ein.

Für die Praxis heißt das: Zuerst wird der Zustand dokumentiert, dann die Ursache geklärt und erst danach die Maßnahme gewählt. Wer nur den sichtbaren Schaden repariert, ohne Fugen, Bettung oder Entwässerung zu prüfen, hat dasselbe Problem oft bald wieder an derselben Stelle. 

Verkehrssicherungspflicht auf Pflasterflächen

Kommunen müssen ihre öffentlichen Straßen in einem verkehrssicheren Zustand halten. Auf Pflasterflächen ist das besonders relevant, weil dort viele Fußgängerinnen und Fußgänger unterwegs sind und schon einzelne Steine Stolperkanten bilden können. Ab wann eine Unebenheit als Gefahrenstelle gilt, wird im Einzelfall beurteilt. Nachvollziehbar dokumentierte Kontrollen und Maßnahmen helfen der Kommune, ihr Vorgehen später zu belegen.

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Wie oft sollten Pflasterstraßen kontrolliert werden?

Ein bundesweit einheitliches Kontrollintervall gibt es nicht. Wie oft kontrolliert wird, richtet sich nach Verkehrsbedeutung, Nutzung und Zustand der Fläche.

Bekannte Problemstellen sollten häufiger geprüft werden als unauffällige Abschnitte. Sinnvolle Anlässe für zusätzliche Kontrollen sind das Ende des Winters, Starkregen und abgeschlossene Aufgrabungen. Halten Sie jede Kontrolle mit Datum, Befund und Maßnahme fest. So entsteht eine Historie, mit der sich Prioritäten begründen lassen.

Warum Bauhof und Tiefbauamt dieselbe Dokumentation brauchen 

Der Bauhof sieht Schäden im Alltag und behebt Einzelstellen direkt. Das Tiefbauamt plant die Erhaltung größerer Flächen und braucht dafür die Beobachtungen aus der Praxis. Beide sollten auf dieselbe Dokumentation zugreifen, damit wiederkehrende Schäden rechtzeitig in der Erhaltungsplanung landen.

Pflasterstraßen dokumentieren mit vialytics

Mit vialytics halten Mitarbeitende Auffälligkeiten vor Ort mit Foto und Standort fest und machen daraus direkt einen Auftrag mit Priorität, zugewiesener Person und Fälligkeitsdatum. Mehrere Aufträge lassen sich bündeln und an den Bauhof oder externe Dienstleister weitergeben. Die fachliche Bewertung bleibt dabei bei den Mitarbeitenden.

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Häufige Fragen zu Schäden an Pflasterstraßen

Welche Schäden treten an Pflasterstraßen am häufigsten auf?

Typisch sind lose oder abgesunkene Steine, offene Fugen, Mulden und Wellen sowie Schäden an Flickstellen. Einzelschäden lassen sich meist direkt beheben. Flächige Verformungen deuten auf Ursachen im Unterbau hin.

Ist ein einzelner loser Pflasterstein schon ein Sicherheitsrisiko?

Das kann er sein, weil er eine Stolperkante bildet. Er sollte deshalb zeitnah gesichert oder neu gesetzt werden, besonders in Bereichen mit viel Fußverkehr.

Woran erkennt man, dass ein Schaden tiefer liegt?

Hinweise sind großflächige Mulden oder Wellen und Schäden, die an derselben Stelle immer wieder auftreten. Dann sollten Bettung, Tragschicht und Entwässerung geprüft werden.

Wie oft muss eine Kommune Pflasterstraßen kontrollieren?

Ein festes Intervall gibt es nicht. Die Häufigkeit richtet sich nach Verkehrsbedeutung, Nutzung und Zustand. Bekannte Problemstellen werden häufiger geprüft.

Reicht es, lose Steine einfach neu zu setzen?

Bei Einzelfällen ja. Lösen sich in einem Bereich immer wieder Steine, sollte zuerst die Ursache geklärt werden, etwa ausgespülte Fugen oder eine nachgebende Bettung.