Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Studie deckt Umweltschutz-Defizite im Straßenbau auf

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8. Juli 2026

Die letzte Hitzewelle hat den Umweltschutz auch im Straßenmanagement in den Vordergrund gerückt. Trotz der großen Bedeutung gibt es in vielen Kommunen noch Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung im Arbeitsalltag. Das zeigt eine neue Online-Befragung des Stuttgarter KI-Unternehmens vialytics unter 125 Verantwortlichen aus deutschen Kommunen. Besonders deutlich werden Defizite bei der Zusammenarbeit zwischen Straßenbauverwaltung und Klimamanagement.

Kommunales Straßenmanagement steht doppelt unter Druck: Die bestehende Infrastruktur muss erhalten und zugleich klimafreundlicher, hitzeresistenter und ressourcenschonender werden. vialytics wollte wissen, wie die Menschen, die diese Doppelaufgabe täglich stemmen, die Schnittstelle zwischen Infrastruktur und Umweltschutz erleben. Befragt wurden insgesamt 125 Bürgermeister, Mitarbeitende von Tiefbauämtern und Bauhöfen sowie Umweltschutzbeauftragte in Kommunen im April und Mai 2026. Bewertet wurden alle Aussagen auf einer Skala von 1 (stimme nicht zu) bis 5 (stimme zu).

Darüber, dass Klimaschutz im Straßenbau zählt, sind sich alle befragten Gruppen einig – je konkreter es an die Umsetzung geht, desto mehr bröckelt diese Überzeugung. Bei Mitarbeitenden, die operativ im Straßenbau tätig sind und mit drei Vierteln aller Antworten die größte Gruppe in der Studie darstellen, sinkt die Zustimmung Stufe um Stufe: von der allgemeinen Bedeutung (3,08) über die eigene Kommune (2,87) bis in die tägliche Arbeit (2,80). Dieser „Realitäts-Knick" zeigt, dass Umweltschutz im Arbeitsalltag der Verwaltung weniger fest verankert ist, als es auf der Strategieebene erscheint.

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Zusammenarbeit ist der wunde Punkt
Das auffälligste Ergebnis der Studie betrifft die Kooperation: Straßenbauer und Klimaverantwortliche ziehen kaum an einem Strang. Erstere bewerten die enge Zusammenarbeit im Schnitt nur mit 2,22 – zwei von drei Befragten wählen hier den niedrigsten oder zweitniedrigsten Wert. Noch deutlicher fällt das Urteil aus, wenn es um aktive Impulse von der Klimaseite geht: 82 Prozent erleben kaum, dass Nachhaltigkeits-Fachleute mit konkreten Vorschlägen auf sie zukommen. Dieses Defizit zieht sich durch fast alle Gruppen, nur Bürgermeister:innen bewerten das Miteinander mit 3,60 positiver. Es handelt sich also nicht um ein Problem einzelner Stellen, sondern um ein strukturelles: Es fehlen gemeinsame Prozesse und feste Ansprechpersonen.

Trotzdem trauen alle Gruppen dem Straßenmanagement spürbar Wirkung für den Umweltschutz zu. Als wichtigster Hebel gelten zwar nachhaltige Baumaterialien und -verfahren, dicht gefolgt vom Prozessmanagement. Das Potenzial von intelligenten Daten und Digitalisierung wird dagegen noch wenig genutzt. Denn die Umweltwirkungen von Straßeninfrastruktur entstehen nicht nur beim Bau, sondern über den gesamten Lebenszyklus: durch CO₂-intensive Sanierungen, durch Staus und Stop-and-Go-Verkehr an Baustellen, durch Mikroplastik aus Reifenabrieb auf schlechten Fahrbahnen und durch die Versiegelung von Flächen bei jedem Neubau. Eine frühzeitige, datengestützte Sanierungsplanung spart Material, Geld und CO₂. Kleinere, präventive Eingriffe sind deutlich ressourcenschonender als umfassende Sanierungen, die erst nötig werden, wenn Schäden bereits fortgeschritten sind. Regelmäßige Datenerhebungen machen Umweltschutz in der Straßeninstandhaltung damit erst steuerbar und messbar.

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Von der Umweltschutz-Vision zum Baualltag
Die Ergebnisse verdeutlichen, an welchen Stellen digitale Straßenmanagementsysteme Kommunen unterstützen können – etwa durch datenbasierte Priorisierung und frühzeitige Sanierungsplanung. Auch in den offenen Antworten der Befragten kursieren viele Ideen sinnvolle Ideen: von Niedertemperatur- und Recyclingasphalt über versickerungsfähige Beläge bis zur Entsiegelung von Flächen. Häufig fehlen Geld, Personal und klare Zuständigkeiten. Eine Stimme in der Studie bringt es auf den Punkt: „In kleinen Kommunen sind die Kapazitäten gering. Hier hilft uns vialytics bei der Erfassung und der Eintaktung von Maßnahmen."

Mit der bundesweiten Online-Befragung und dem dazugehörigen Whitepaper „Nachhaltige Straßenverwaltung durch smartes Datenmanagement realisieren" schafft vialytics Sichtbarkeit für verbesserten Umweltschutz im Straßenbau. Studienleiter Tim Dirczka erklärt: „Die Ergebnisse zeigen, dass Klimaschutz im Straßenmanagement weniger an fehlendem Willen als an fehlenden Prozessen scheitert. Genau hier können digitale Daten eine gemeinsame Grundlage schaffen.“

 


Über vialytics
vialytics ist internationaler Marktführer für Straßenmanagementsysteme.
Auf das Stuttgarter KI-Unternehmen mit 100 Mitarbeitenden vertrauen über 1000 Kommunen in sieben Ländern, um den Zustand ihrer Infrastruktur mit künstlicher Intelligenz zu analysieren und aus den gesammelten Daten sichere Entscheidungen für die richtigen Sanierungsmaßnahmen zu treffen.

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