Winterschäden an kommunalen Straßen: Milliardenrisiko für Städte und Gemeinden
Deutschland erlebt nach mehreren milden Jahren wieder einen deutlich härteren Winter. Schnee, Eis und wiederholte Frost-Tau-Wechsel haben vielerorts zu erheblichen Verkehrsproblemen geführt. Die aktuellen Winterschäden an kommunalen Straßen könnten nach Einschätzung des ADAC in die Milliarden gehen. Besonders betroffen sind Städte und Gemeinden, deren Straßennetze bereits strukturelle Vorschäden aufweisen.
Für Bürgermeister:innen und Tiefbauämter ist die Situation nicht neu – sie verschärft jedoch bestehende Herausforderungen. Denn der Winter wirkt nicht isoliert, sondern trifft auf einen erheblichen Investitionsstau in der kommunalen Infrastruktur.
Warum dieser Winter die Straßennetze besonders belastet
Temperaturschwankungen um den Gefrierpunkt gelten als besonders schädlich für Asphaltdecken. Wasser dringt in feine Risse ein, gefriert und dehnt sich aus. Durch die Volumenvergrößerung entstehen Spannungen im Material, die bestehende Schäden vergrößern. Unter Verkehrsbelastung bilden sich Hohlräume, die schließlich zu Ausbrüchen und Schlaglöchern führen. Je häufiger dieser Wechsel stattfindet, desto stärker ist die strukturelle Beanspruchung. Ein harter Winter wirkt daher wie ein Beschleuniger bereits vorhandener Schwachstellen.
Kommunale Straßen sind besonders betroffen, da sie einen hohen Anteil älterer Fahrbahndecken aufweisen. Gleichzeitig fehlt vielerorts eine durchgängige, objektive Zustandsdokumentation. Schäden werden häufig erst sichtbar, wenn sie sicherheitsrelevant oder kostenintensiv geworden sind. Der ADAC verweist darauf, dass insbesondere kommunale Netze unter den aktuellen Witterungsbedingungen leiden. Provisorische Reparaturen einzelner Schlaglöcher verursachen laufende Kosten, ohne die strukturelle Substanz nachhaltig zu verbessern.
Milliardenbedarf trifft auf strukturellen Investitionsstau
Bereits 2023 bezifferte das Deutsche Institut für Urbanistik den Finanzbedarf für Sanierung und Neubau kommunaler Straßen auf rund 283 Milliarden Euro. Schon damals wies etwa ein Drittel der kommunalen Straßen größere Schäden auf. Der diesjährige Winter dürfte diese Ausgangslage weiter verschärfen. Die KfW bezifferte den Investitionsrückstand in der kommunalen Straßeninfrastruktur auf rund 40 Milliarden Euro. Diese Zahlen verdeutlichen: Winterschäden sind nicht das Kernproblem, sondern ein Symptom eines langfristigen strukturellen Defizits.
Einzelne Schlaglochreparaturen können kurzfristig Verkehrssicherheit herstellen. Strategisch lösen sie das Problem jedoch nicht. Ohne systematische Priorisierung verliert das Straßennetz Jahr für Jahr an Substanz. Kleine, präventive Maßnahmen bleiben aus, während größere Sanierungen immer teurer werden.
Was Kommunen jetzt strategisch ändern sollten
Eine belastbare Datengrundlage ist Voraussetzung für fundierte Entscheidungen. Wer den tatsächlichen Zustand des gesamten Netzes kennt, kann Maßnahmen priorisieren, bevor Schäden eskalieren. Präventive Unterhaltung verlängert die Nutzjahre einer Straße erheblich. Risse und kleinere Schäden frühzeitig zu beheben, ist wirtschaftlicher als spätere Grundsanierungen. Voraussetzung ist jedoch Transparenz über Zustand, Dringlichkeit und Budgetauswirkungen.
Hier setzt ein systematisches Straßenmanagement an. Mit dem vialytics System können Partnerkommunen ihren Straßenzustand regelmäßig und objektiv erfassen. Die gewonnenen Daten ermöglichen eine nachvollziehbare Priorisierung von Maßnahmen und unterstützen bei der Haushaltsargumentation im Gemeinderat. Statt auf Sicht zu reparieren, entsteht eine strategische Steuerung der Infrastruktur. Gerade vor dem Hintergrund steigender Witterungsrisiken und knapper Haushalte wird datenbasiertes Erhaltungsmanagement zu einem entscheidenden Faktor kommunaler Handlungsfähigkeit.
Fazit
Der harte Winter 2026 ist kein Ausreißer, sondern ein Belastungstest für bestehende Strukturen. Winterschäden legen offen, wo Netze bereits geschwächt sind und wo strategische Planung fehlt. Für Bürgermeister:innen und Tiefbauämter stellt sich nicht nur die Frage nach zusätzlichem Budget, sondern nach effizienter Steuerung.
Wer präventiv plant, objektive Daten nutzt und Maßnahmen systematisch priorisiert, kann die finanziellen Auswirkungen extremer Winter deutlich reduzieren. Genau hier entscheidet sich die langfristige Stabilität kommunaler Straßennetze.
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